„Was wenn ich stürze und es findet mich niemand?“ – Episode 3 – Sturzgefahr

Sarah SchachenhoferMedizin und PflegeLeave a Comment

Stürze im Alter - Sturzgefahr - Preventin - Texible
In Deutschland stürzen fast die Hälfte der über 80-jährigen mindestens einmal pro Jahr.

Laut der MDS1) wird die Zahl noch verstärkt durch ihre Angaben dass rund 80% der Personen mit einer Pflegestufe sturzgefährdet sind. Weitere alarmierendere Zahlen: Jedes Jahr sterben mehr Menschen im Haushalt, als im Straßenverkehr! Die Hauptursache? Auch hier sind es Stürze. Wir möchten hier definitiv keine Panik schaffen – aber aufzeigen wie wichtig es ist vorzubeugen damit es erst gar nicht so weit kommt!

Warum stürzt man überhaupt?

Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen zwei Hauptgruppen:

  • Körperliche (intrinsische) Faktoren wie beispielsweise nachlassende Muskelkraft oder
  • Umfeldbezogene (extrinsische) Faktoren wie ein gewellter Teppich oder ein wackeliges Geländer

Physische Gefahren des Stürzens:

Wenn über die erhöhte Gefahr des Stürzens im Alter gesprochen wird dann denkt man meist an die Folgen wie Knochenbrüche, Kopfverletzungen und Prellungen. Was jedoch oftmals vergessen wird sind die psychischen Folgen. Je nach Selbstständigkeit und Pflegesituation können Personen über längere Zeiten alleine sein. Deshalb bestehen Ängste des nicht entdeckt Werdens nach Stürzen. Derartige Situationen können für die Betroffenen traumatisch wirken und das Sicherheitsgefühl geht damit verloren. Personen die bis dato selbstständig agiert haben fangen sich an zurückzuziehen und sich alleine weniger zu bewegen. Dies hat wiederum Nachwirkungen dass sie inaktiver werden und dementsprechend noch gefährdeter sind zu stürzen. Dies ist wirklich ein Teufelskreis den es, wie so vieles, zu durchbrechen gibt!

Enorme Zusatzkosten durch medizinische Folgen:

Stürze haben weitreichende Auswirkungen auf die medizinischen Folge- bzw. Zusatzkosten. Es fängt an von Gefahren durch langes liegen wie Unterkühlungen, über Stunden keine Flüssigkeits- und Nahrungszunahme bzw. auch Medikamente. Bis hin zu operativen Eingriffen wie Knochenbrüche. Daher sind Stürze in vielen Fällen auch der ausschlaggebende Grund für einen Krankenhaus- bzw. danach auch für einen Heimaufenthalt.

Stürzen Vorbeugen ist die Devise!

Auch mit vorbeugenden Maßnahmen kann man natürlich nicht zu 100% Stürze vermeiden. Aber dennoch das Risiko zumindest minimieren und wenn es doch zu einem Sturz kommen sollte zumindest den Ängsten und Folgeschäden durch nicht entdecken mit unterstützenden Produkten entgegenwirken.

Einerseits sind regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig, damit etwaige Defizite aufgespürt und behandelt werden können. Jedoch eine der wichtigsten Maßnahmen im Alter ist weiterhin körperliche Bewegung. Durch regelmäßige Bewegung wird die Muskelmasse, die Gelenke, aber auch das Gleichgewicht gestärkt und auch nach einem Sturz wird durch diese Vorbeugenden Maßnahmen die Rehabilitation gestärkt. Dadurch kann man schneller zurück in sein gewohntes Umfeld.

Neben der körperlichen Aktivität sollte auch im Gebäude darauf geachtet werden Stolperfallen zu beseitigen, gute Beleuchtung zu installieren, Haltegriffe an den richtigen Stellen und letztendlich gutes Schuhwerk zu tragen.

Damit einem gesunden und langem Leben in den eigenen 4-Wänden nichts im Wege steht.

Wir haben hier eine super Infografik vom „Deutscher Turnerbund“ gefunden die die wichtigsten Punkte verständlich aufzeigt:
Infografik: Ein Überblick zum Thema Stürze im Alter

1) Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (2012)

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